Zurück

Am Tabor, Wien (AT)

Projekt

Am Tabor

Fertigstellung

Mai 2013

Architekt

Frötscher Lichtenwagner, Wien

Ausführung

Unireal Bau GmbH, Wien

Bauherr

Kallco Gruppe, Wien

Produkte

StoTherm Mineral mit Klinkerriemchen

Photos

Sto Ges.m.b.H./Christian Schellander

Der Bauplatz der Wohnanlage am ehemaligen Nordbahnhofareal wird auf vier Seiten von Straßen begrenzt. Die zwei Baukörper bilden einen nach Süden hin offenen Block. Die Ecke im Nordosten – gegenüber dem Schulcampus – springt zurück und bildet dadurch einen kleinen Platz mit ausgeprägt öffentlichem Charakter. Der öffentliche Charakter des gesamten Gebäudes wurde durch einen geschosshohen Sockel aus robustem Klinker hervorgehoben, wobei dieser Sockel die zahlreichen Niveausprünge mit vollzieht.

Zwei Seiten des Wohnblocks werden von einer großen, zweigeschossigen Eingangshalle begleitet. Die beiden Platzwände werden durch Geschäftsfronten im Erdgeschoß gebildet, in der sich eine Arztpraxis und Gastronomiebetrieb befinden. Nach Süden hin ist der Block geöffnet und lässt die Sonne tief eindringen. Im abgesenkten Hof befinden sich Mini-Offices mit jeweils eigenem Zugang von außen, sowie der Gemeinschaftsraum. D. h. das Erdgeschoß ist den öffentlichen bzw. gemeinschaftlichen Nutzungen vorbehalten, Wohnen findet erst ab dem ersten Obergeschoß statt.

Haus 1, das kleinere Gebäude, erhält seinen besonderen Charakter durch die großen Verglasungen, die eine repräsentative, städtische Platzwand bilden. Im Inneren des Gebäudes wurde die zulässige Gebäudehöhe optimal genutzt. Elf Atelierwohnungen mit vier Meter hohen Räumen wurden um ein zentrales Treppenhaus organisiert. Der Rest des Baukörpers wurde mit normalen Geschoßwohnungen aufgefüllt. So entsteht ein komplexes Raumgefüge, welches durch einen zweigeschossigen Einschnitt – der als Wintergarten genutzt wird – auch im Inneren Tageslicht erhält. Das L-förmige Gebäude, Haus 2, öffnet sich entlang der beiden Straßenfronten mit seiner zweigeschossigen Eingangshalle zum öffentlichen Raum.

Die Fenster, die im geöffneten Zustand in Wandnischen der Fassade und im geschlossenen bündig in diesen Nischen liegen, sind ganz besonders auffällig. Die kleinen Löcher in den weiß beschichteten Aluminium-Fensterläden erinnern an das Schriftbild eines Gedichtes von Rainer Maria Rilke. Und wer es weiß, kann hier lesen: „Das ist mein Fenster. Eben bin ich so sanft erwacht…„. Für die anderen sind die Läden ein praktischer Sonnenschutz.

Standort

Blogbeitrag

Lesen Sie auch den Beitrag über die Wohnanlage "Am Tabor" in Wien auf unserem Fassaden-Blog.