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Awareness, Appelle und Optimismus

Beim dritten StoKlimaforum, das am 26. September 2019 im Grazer "Dom im Berg" über die Bühne ging, sorgten spannende, schöne, aber auch beunruhigende Vorträge von Expertinnen und Experten für mehr Bewusstsein in Sachen Klimawandel.

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb: Thunberg hat recht
Helga Kromp-Kolb von der Universität für Bodenkultur in Wien lieferte wissenschaftliche Fakten rund um den Klimawandel und seine Gefahren für die Menschen. Ist die Zukunft tatsächlich in Gefahr, wie Greta Thunberg wirkungsvoll vor der UNO-Vollversammlung mahnte? Ja, sagt Helga Kromp-Kolb, ihres Zeichens Forscherin am Institut für Meteorologie und Klimatologie der Universität für Bodenkultur in Wien, und sie lieferte gleich die Fakten dazu. Sie rollte 130 Jahre Temperaturgeschichte auf und zeigte die Kurve, die ab 1970 nach oben schnellte und weiter steigt. Selbst das 2-Grad-Ziel des Pariser Abkommens wäre noch zu viel, die Veränderungen wären dramatisch: vom Artensterben über Korallenbleiche bis zum Flächenverlust durch steigende Meeresspiegel, Stürme und Hitze, die Millionen von Menschen in die Flucht treiben würden.

Es gebe aber auch Positives zu berichten, sagt Kromp-Kolb, da mehr erneuerbare Energien genutzt und Batterien immer billiger werden, Öl, Kohle und fossile Verbrenner aus den Städten verbannt und Länder wie China immer strenger werden, auch weil sie mit schlechter Luft zu kämpfen haben. Schweden zeige vor, wie Steuerpolitik das Klima schonen und gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln kann: Hohen CO2-Steuern stellte das skandinavische Land allgemeine Steuersenkungen gegenüber. Der Ausstoß ging um 26% zurück.

Meteorologe Marcus Wadsak: Es geht abartig bergauf
ORF-Meteorologe und Geophysiker Marcus Wadsak brachten mit beeindruckenden Grafiken Fakten auf den Tisch und konterkarierte damit beliebte Klimavorteile der Marke "Fake und Fiction". Der ORF-Wettermann schaffte es, einem komplizierten Thema wie dem Klimawandel unterhaltsam eine Bühne zu bieten. Wadsak zeigte Grafiken und Statistiken, die beunruhigen: 127 Tage über 25 °C im Burgenland, dazu Hitzerekorde von 24 °C im Februar. Nirgends in Österreich gab es 2018 eine Temperatur unter dem Schnitt. Die letzten fünf Jahre waren gleichzeitig die wärmsten fünf Jahre. Wadsak räumte auch mit einigen gängigen Missverständnissen zum Thema auf: Der Treibhauseffekt ist in der Tat durchaus natürlich und wichtig, aber erst durch unser Zutun geriet er aus dem Ruder.

Den Abschluss des Klimaforums in Graz bildeten ebenso schöne wie auch spannende Bilder aus der vom Klimawandel besonders betroffenen Antarktis, die der Forscher, Fotograf und Universum-Filmer Sepp Friedhuber vom ewigen Eis mitbrachte.

Das nächste Sto-Klimaforum wird im Jänner 2020 in Velden am Wörthersee stattfinden. Es sind wieder herausragende Experten als Vortragende vorgesehen.

Sto-Klimaforum Graz

Nachbericht zum Klimaforum im Dom im Berg in Graz.

Sto-Klimaforum Graz - Kurzinterview Helga Kromp-Kolb

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb über „Klimawandel – Klimakrise – Klimakatastrophe?“

Film | 3:15

Sto-Klimaforum Linz - Kurzinterview Marcus Wadsak

Marcus Wadsak über den Klimawandel und die Auswirkungen auf das lokale Wetter.

Film | 1:18

Sto-Klimaforum Linz - Kurzinterview Sepp Friedhuber

Universum-Dokumentarfilmer Sepp Friedhuber über die Auswirkungen der Erwärmung in der Antarktis.

Film | 1:32