"Orchidea" des Büros Clemens Kirsch Architektur setzt auf kompakte, alltagstaugliche Grundrisse und ein rundum verglastes Jokerzimmer als flexible Raumreserve im Herzen jeder Wohnung. Transparent und vielseitig nutzbar, sorgt diese Glasbox für Übersichtlichkeit, ermöglicht Rückzug und schafft zusätzliche Nutzungsoptionen auf kleiner Fläche. Ergänzend fördern ein großzügiger Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss – mit Küche, Sitznischen, Leseraum, Gymnastikraum und Waschküche – sowie ein tageslichtversorgtes Stiegenhaus mit mehrgeschossigen Lufträumen die Begegnung und Vernetzung im Haus. Auf fast jedem Geschoss erleichtern Kinderwagen- und Fahrradräume den Alltag, viele Wohnungen haben direkten Sichtbezug zum Kleinkinderspielplatz im Hof. Bereits während der Bauphase zeigte die große Zahl an Vormerkungen den Bedarf; bei der Vergabe erhielten Eltern mit Kindern Priorität, in Zusammenarbeit mit der Caritas Stadtteilarbeit konnten auch wohnungslose Mütter mit Kindern einziehen. „Eine kleine Wohnung bedeutet weniger Mietkosten. Mit kompakten und gleichzeitig funktionalen Wohnungen bieten wir Qualität, die unterstützt statt einengt“, fasst Architekt Clemens Kirsch den Ansatz zusammen. Die Fassadengestaltung greift eine mutige, dennoch stimmige Farbkombination aus gedecktem Grün und lachsfarbenen Akzenten auf; die Textur entsteht teilweise durch keramische Platten, außenliegende Sonnenschutz-Rollos sind bis in die Loggien geführt.
Die Gebäudehülle verbindet keramische Bekleidung mit verputzten Flächen und setzt dabei auf bewährte Sto-Systemtechnik: Ein Wärmedämm-Verbundsystem StoTherm Vario unterstützt die Energieeffizienz; die Fassade wird von hellgrünen, keramischen Elementen und einem farblich abgestimmten Putzfinish geprägt. So entsteht das charakteristische Erscheinungsbild des Hauses, das mit 124 geförderten Einheiten leistbaren Wohnraum in nahezu Nullenergie-Qualität bietet. Fertigstellung: 2022.
Quelle: architektur.aktuell, Heft 5/2024: Orchidea – Wohnen für Alleinerziehende
